kulTisch Newsletter | Frühling 2016

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
verehrte Freundinnen und Freunde der Kunst & Kultur,

Chers collègues, Chers amis, Chers amateurs de l’art et de la culture,

"In den Tiefen des Winters erfuhr ich schließlich, dass in mir ein unbesiegbarer Sommer liegt."

Frühling 2016 
Ein furioser Satz des algerisch-französischen Schriftstellers und Nobelpreisträgers
Albert Camus. Camus, dem auch die Äußerung zugeschrieben wird, dass einem das Gefühl des Absurden an jeder beliebigen Straßenecke anspringen kann. Der moderne Mensch sei sich zwar der Sinnlosigkeit seines Daseins bewusst, dennoch stapft er mit einem trotzigen Sisyphoslächeln über die Boulevards und durch virtuelle Welten.

Auf aktuell trägt uns ein ortskundiger Navigator in stockfinstrer Nacht in einen Salon der besonderen Art: safrangelb mit extraterrestrischer Strahlkraft. Ein Multifunktionsraum, dessen Wände abgründige Fabelwesen bedecken, die Rätselhaftes raunen: Hört, hört. Le Rex kommt. Und: Blumen soll es auch geben.

Im Fokus: Ein Relikt aus grauer Vorzeit, als Schutzwälle und Bruderkuss noch angesagt waren. Eine global agierende Unternehmensgruppe will diese Epoche reanimieren. Das rote Rathaus begrüßt diesen Vorstoß, der dem Ost- und Westvolk ein Stück deutsch-deutscher Wirklichkeit zurückgeben will.
Siehe kul&neu

Unter zeitFenster steht ganz unverblümt im MARCHIVUM-Blogbeitrag: "Kulturdenkmale können auch Denkmäler einer Unkultur sein." Stülpt man eine dieser historisch einsortierten und gedenkpolitisch erstarrten Hinterlassenschaften unter Glas, erinnert das lichtdurchlässige Top daran, dass unsere Gegenwart einen ungetrübten Blick auf die Vergangenheit werfen sollte: Denn schwupp-di wupp zerpulvern selbst Tausendjährige Reiche.

Frühlingsgrüße … Elvira Richter und kulTisch-Redaktion