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So. 2015

Wintersturm ...






 
" ... und auf Papier gehauchte Tusche" 
 
Das Land der aufgehenden Sonne war für viele Jahrhunderte unzugänglich: Eine unbekannte Inselgruppe, ein Reich, das während der Jahre 600 – 100 v. Chr. ausschließlich von Frauen regiert wurde. Die wohl bedeutendste Herrscherin des Matriarchats war Königin Himiko (Hi= Sonne; Ko = Kind). Schon ihr Name verwies auf ihre göttliche Herkunft als direkte Nachfahrin der japanischen Sonnengöttin Amaterasu.

Vom 19.Juni bis 6.September steht das Bröhan-Museum ganz im Zeichen Japans und zeigt in einer Sonderausstellung Kimonos umgeben von Objekten, Fotografien und Grafiken aus der Zeit des Jugendstils, der bekanntermaßen maßgelblich von japanischer Ästhetik beeinflusst war.  

VASE MIT MOHNBLUMEN
Um 1897
„Triplé“-Glas
Daum Frères & Cie, Nancy
Bröhan-Museum, Berlin
Foto: Martin Adam, Berlin Vase mit japanischen Fisch Vase mit Irisblättern

Die Textilkünstlerinnen Fukumi und ihre Tochter Yoko Shimura, bedeutende Kimono-Gestalterinnen, verbinden Tradition mit Moderne: Herausgekommen ist ein anregender Dialog zwischen Jugendstil und moderner japanischer Textilkunst. Die Shimuras, die zur Herstellung von Farben ausschließlich Naturmaterialien (Zwiebelschalen, Lindenblüten, Birkenblätter…) verwenden, wurden für ihre Verdienste von der japanischen Regierung als "Lebendiges nationales Erbe Japans" ausgezeichnet. 

Fukumi Shimura KIMONO „HIMMEL UND SEE“ 2007 Seide/Rohseide Yoko Shimura Yoko Shimura KIMONO „WINTERSTURM“ 2012 Seide/Rohseide Yoko Shimuras KIMONO “BOTAFUMEIRO”, 2008 Seide/Rohseide

Wie heißt es doch so überaus poetisch in der Einladung des Bröhan: "Auch die Muster fügen sich in der Darstellung von Naturphänomenen in die japanische Tradition. Was zunächst ungegenständlich erscheint, erweist sich als Wind, der über eine Ebene weht…"
 

DREI GEISHAS BEIM TEETRINKEN
o. J.
Albumin
Privatsammlung, Stuttgart