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Winter 2015/16

"Alte Märchen"
 





 
" Die vierte Gewalt: Döner-Morde ..." 
 
Von Unwörtern und Parallelwelten ...
 

 
Das in der Otto Brenner Stiftung erschienene Arbeitsheft 79 mit dem Titel "Das Unwort erklärt die Untat* birgt Sprengstoff in vielerlei Hinsicht. Wirft doch die in Auftrag gegebene Studie die Frage auf: "Ist der Journalismus seinem Anspruch und sind die Medien ihrer Aufgabe, gesellschaftliche Prozesse zu beobachten und kritische Öffentlichkeit herzustellen, nachgekommen und gerecht geworden?"
 
Eine Frage, die in Zeiten da die digitalen Medien Printmedien Leser und Werbekunden zuhauf abspenstig machen, eine gefährliche Komponente beinhaltet. Befürchtet man doch in der Branche weiteren Akzeptanz- und Vertrauensverlust. Denn letztendlich zeigt die Studie* auch Journalisten sind nicht frei von rassistischen Ressentiments und vereinzelt herrschen, wenn auch unbewusst, stereotypische Denk- und Wahrnehmungsschemata über die (fremde) "Migrationswelt" vor.
 
Keineswegs verwunderlich. Haben doch lediglich 2-3% in den Redaktionen eine Migrationsbiographie. Was dazu führt, dass auch Journalisten eine "homogene Brille" tragen wie die Berichterstattung über die zwischen 2000 und 2006 begangene Mordserie beweist.
 
Heute, nach mehr als 10 Jahren, ist erwiesen, dass Ermittler, Geheimdienste und Politik auf dem rechten Auge blind waren. Und in den bundesrepuplikanischen Redaktionsstuben dieser Einäugigkeit blind vertraut wurde.
Was tun? In Märchen beschwört man simpel einen Gegenzauber. In unsrer entzauberten Welt wirkt am besten "Medien(Selbst)kritik"*.
 
Die Otto Brenner Stiftung ist die Wissenschaftsstiftung der IG Metall mit Sitz in Frankfurt am Main. Ihr Anspruch ist es, im Rahmen gezielter Projektförderung Arbeit und Wirken Otto Brenners, dem langjährigen Vorsitzenden der IG Metall, fortzuführen...
Über die Webseite der Otto Brenner Stiftung gibt es dieses aufschlussreiche OBS-Arbeits­heft kostenlos als pdf Download.

*„Das Unwort erklärt die Untat“, Heribert Prantl,
Süddeutsche Zeitung 2012

* Erstellt wurde die detaillierte Analyse der in deutsch- und türkischsprachigen Printmedien erschienen Artikel über diese Morde von Fabian Virchow, Tanja Thomas und Elke Grittmann.

* Der 22. Journalistentag BW von ver.di stand unter dem Thema: NSU – dreifaches Versagen von Diensten, Medien und Politik?"