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Winter/Frühling 2017

 




 
"Mannheim: Der simulierte Himmel"
"Das wahre Zeichen von Intelligenz ist nicht das Wissen, sondern die Vorstellungskraft."
Dieses Einstein zugeschriebene Zitat korrespondiert mit der Aussage Antoine de Saint-Exupérys das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. (aus "Der Kleine Prinz")  
Wie wahr. Gewaltige Vorstellungkraft ist in unsrer heutigen Welt vonnöten, um sich den natürlichen Sternenhimmel über unsren lichtdurchfluteten Metropolen zu vergegenwärtigen. Es waren die Astronomen, die zuerst Alarm schlugen. Tatsache ist: Die Lichter der Großstadt überstrahlen mittlerweile die gülden prangenden Sternlein, die noch die Einschlafdroge des 18.Jh. eines Matthias Claudius´ so überaus hell und klar bevölkerten. Diese finstre Nacht ist passé.
Doch Trost kommt  just von jener Seite, die die Sterne so gnadenlos ausknipst: Kunstlicht. In Kombination mit einem digitalen und optischen Projektor sowie spezieller Computersoftware lässt sich ein Himmel zaubern wie ihn das Abendlied besingt. In Endlosschlaufe sozusagen. Hochpräzise zudem. Fehlt noch ein Haus. Eines mit Kuppel, das der Planetenmaschine Obdach bietet. Keine Angst. Haben wir. Also: Licht aus, Sessel zurückgekippt, Film ab. Ahhh.
  • Planetarium-1927
  • Projektor-1927
  • Planetarium-bei-Nacht
  • Planetarium-innen
  • Projektor
Mannheims Himmelshaus für intergalaktische Kommunikation steht auf dem Europaplatz. Gebaut 1984, ausgerüstet mit modernster ZEISS Technik, gleichsam "Qualität der Weltspitze", so Christian Theis, Planetariumsleiter, ist es eines von neun klassischen Großplanetarien bundesweit und bietet 280 Zuschauern Platz. Sommer 2015 wurde die gesamte Projektionstechnik runderneuert. Zentrum, quasi das Herz, ist der Sternenprojektor, liebevoll "Knochen" genannt. Steigt er aus den dunklen Tiefen des Raums empor, richtet seine Optik auf die halbkugelförmige Kuppel und vollführt eine kaum wahrnehmbare Drehbewegung, scheint  der gesamte Raum zu kippen als befände man sich auf einem von Wellenbergen angehobenen Schiff. Sein Design erinnert an die Nautilus, jenes mit Kultcharakter bedachte
Unterseeboot Jules Vernes (s. Programm
10. Februar 21.00 und 5. März 19:30).
In Zeiten, in denen Wissensvermittlung in Konkurrenz zu actionreichen Hollywood SciFi-Produktionen steht, muss, will man insbesondere junge Besucher erreichen, nicht nur digital, sondern auch didaktisch aufgerüstet werden. Was also wünscht sich ein Direktor, der tagtäglich durch Saturnringe, Exoplaneten oder an den Rand des Milchstraßensystems fliegen darf?
Nichts mehr oder weniger als ein Wesen vom Planeten Terra, das ähnlich dem "Kleinen Prinzen", die Generation 4.0 zu Fragen anregt. Das darf auch eine Prinzessin sein.