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Sommer 2017

 




 
"In Form getrimmte Schönheit"
Die ältesten erhaltenen Gärten der Welt finden sich in Japan. Die Gartenkunst gehört in Japan zu den angesehensten Künsten; die japanische Seele ist eng mit der Natur verbunden. Dichter und Gartenliebhaber wetteiferten schon in alten Zeiten ob der Frage: Welche ist die günstigste Jahreszeit für die Schönheit der Gärten? Der Frühling? Der Herbst? Der Winter?
Japanischer Garten Japanischer Garten Japanischer Steingarten
Die Elemente des Gartens, der fast immer asymmetrisch angelegt ist, sind Steine, Kies, Wasser, Moos, Bäume und vereinzelt Blumen. Diese werden nicht immer als solche in ihrem einfachen Sinn verwendet. So kann der Kies, mit dem Rechen in Wellenlinien gezogen, das Wasser bedeuten oder, zu einem konischen Hügel aufgetürmt, einen Berg. Die Steine ihrerseits haben durchaus mehrere Funktionen: Sie können Berge darstellen, oder der Stein selbst das Wasser, bewegtes Wasser - wie etwa eine Kaskade. Je nach symbolischer Bedeutung ist der Grad ihrer Erosion wichtig.
Japanischer Kimono Japanische Zeichnung
Die japanischen Gärtner sind Meister der Kunst, die Pflanzen in den gewünschten Formen und Größen zu ziehen (bonsai). Blumen werden als Kompositions­elemente eingesetzt und sind beliebte lyrische Sujets – wie eine Naturimpression des Poeten Basho, gefasst in einem 17 silbigen Dreizeiler (haiku), zeigt:

Wie der erste Schnee
der Narzissen zartes Blatt
eben leicht verbog!