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Sommer 2020



 

"Jetztzeit für Grüner Deal"
 
Mit der Chance, der Bäume Überleben in und um unsre Cities zu gewährleisten, ist es so schlecht bestellt wie mit dem Genitiv. Der Dativ hat sich breitgemacht, beziehungsweise ist mittlerweile so breit aufgestellt, dass Befürworter des 2. Kasus, hoffnungslos ins Hintertreffen geraten. Wessen Schuld ist´s? Die des vom Duden verkündeten Ist-wurscht-Kasussystems? Dem Rautierkapitalismus geschuldet?
 
Oder etwa die [Schuld] eines Clemens Brentano sowie eines Staatsministers namens Goethe? Brachten die doch ganz ungeniert in ihrer Dichtung die Genitiv-Konstruktion mehr als einmal zu Fall. Ergingen sich stattdessen in elegischen Naturbetrachtungen. Den Blick antikisch oder romantisch verschleiert.
 
Egal. Um unsre Citybäume ist es grottenschlecht bestellt. Sie, die Schadstoffe aus der Luft filtern, im Sommer Boulevards kühlen und Picknicksüchtigen Schatten spenden.
Was nützt es da, dass Naturschutzorganisatoren und die EU-Kommission das 30 bis 30-Ziel (=30% der Land und Wasserflächen sollen bis 2030 unter Schutz gestellt werden) in ihre Biodiversitätsstrategie mitaufgenommen haben, wenn vor unsrer Haustür Einfalt, Öde und Betonkultur Grau statt Grün dominieren.

Apropos Schottergärten: Das neue Gesetz für mehr Artenschutz verbietet sie im Interesse der Artenvielfalt. "Dass Insekten keine Steine fressen können, dürfte allgemein einsehbar sein", sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann.
 
Der propagierte Grüne Deal ist für die meisten Unternehmen Makulatur Mit anderen Worten: Umweltschutz bringt nur etwas, wenn er nicht als Papiertiger auftritt. Hotspots finden sich nicht nur in Megacities wie Santiago de Chile, Mumbai und Jakarta. Wir haben sie direkt vor der Nase: In Form verkiester Vorgärten, öder Anpflanzungen vor Startups oder Parkplätzen vor Konsumhöhlen.
 
Kranker Baum 1
 
Richten wir den Fokus auf einen, dessen Erfolgsgeschichte in den 70ern mit Alles-aus-der-Kiste begann und zum Firmenimperium der Alten Welt transmutierte.
 
ZOOM in der Dammstraße/MA-Neckarstadt. Täter: die Supermarktkette lidl. Opfer: ca. 20 Neophyten, die gegen Hitze, Trockenheit, Autoabgase und graue Asphaltwüste ankämpfen. Kein Retter in Sicht! Ein Fall für Baumtroll Paul (Fortsetzung kul&neu).